Endoprothese oder Endoprothetik – was ist das eigentlich?

Eine Endoprothese ist ein künstliches Gelenk, welches als Ersatz für ein anderes Gelenk im menschlichen Körper eingesetzt werden kann. Das künstliche Implantat dient als Gelenkersatz, welcher möglichst lange im Körper verbleiben soll. Verschiedene Gründe können hinter dem Einsatz einer Prothese stecken. In den meisten Fällen handelt es sich um altersbedingte Verschleißerscheinungen, etwa Arthrose.

Im Rahmen einer Endoprothetik können die verschiedensten Arten von Gelenken ersetzt werden, wie etwa:

  • Kniegelenk
  • Hüftgelenk
  • Sprunggelenk

Die Endoprothetik wird jährlich in Deutschland überdurchschnittlich häufig angewandt, sodass der Einsatz einer Knieprothese oder einer anderen Endoprothese einen Routineeingriff darstellt.

Endoprothetik – welche Gründe können dafür sprechen?

Sollte das betroffene Gelenk, bedingt durch Verschleißerscheinungen, Verletzungen oder Unfälle, nicht mehr voll funktionstüchtig sein, kommt eine Endoprothetik infrage. Einer der wichtigsten Gründe, neben dauerhaften Schmerzen, kann die Bewegungseinschränkung sein. Weitere Umstände, welche für den Einsatz von Prothesen sprechen kann:

  • Fehlstellungen
  • Knochendefekte

Verschiedene Ziele werden mit der Endoprothetik verfolgt. In erster Linie sollen die Schmerzen gemildert werden, welche aufgrund der irreversibel geschädigten Gelenke entstanden sind. Ihre Lebensqualität soll gebessert und die Mobilität wieder hergestellt werden.

Welche Arten von Endprothesen gibt es? Wie sehen die Einsatzbereiche aus?

In der Endoprothetik wird zwischen Totalendprothesen und Teilendprothesen unterschieden. Totalendprothesen werden dazu verwendet, das komplette Gelenk zu ersetzen. Im Gegensatz dazu ersetzen Teilendprothesen nur einen bestimmten Teil des Gelenks.

Die Einsatzbereiche für eine Endoprothese sind vielfältig, beispielsweise in der Sportorthopädie, Unfallchirurgie oder Orthopädie. Am häufigsten werden künstliche Gelenke im Bereich von Knie und Hüfte eingesetzt. Auch eine künstliche Hüfte kann verschieden ausfallen:

Hüft-Totalendprothese (TEP): Eine Hüft TEP kann das komplette Hüftgelenk ersetzen und deren Funktion übernehmen. Der Vorteil ist, dass die Mobilität durch diese Endoprothese annähernd wieder hergestellt werden kann.

Weitere Einsatzgebiete von anderen Endoprothesen:

  • Schulterprothese
  • Sprunggelenksprothese
  • Kniegelenksprothese

Welche Materialien werden bei einer Endoprothese verwendet?

Ein künstliches Gelenk muss bestimmte Voraussetzungen erfüllen, um möglichst lange im Körper zu bleiben. An erster Stelle steht dabei die hohe Verträglichkeit, um eventuelle Abstoßungsreaktionen zu vermeiden. In der modernen Endoprothetik wird, ob künstliches Hüftgelenk oder implantierte Endoprothese, auf die Verwendung von speziellen Metall-Legierungen gesetzt. Diese Legierungen basieren meistens auf Titan, Kobalt oder Chrom und werden in Gleitpaarungen hergestellt. Es gibt auch Prothesen, welche aus Keramik hergestellt werden. Das Inlay ist immer aus Polyethylen, welches als Knorpelersatz dient.

Die Endoprothesen können dann auf verschiedene Art und Weise im Körper befestigt werden, abhängig vom Einsatzort. Entscheidend ist, dass die Prothese am Knochen fixiert wird. Nur dadurch kann sich in der Folgezeit das künstliche Gelenk fest mit dem Knochen verbinden. Es stehen zwei verschiedene Arten zur Verfügung, wie ein Gelenkersatz befestigt werden kann. Meist wird die zementierte Variante gewählt, welche für einen schnellen Heilungsprozess sorgt. Eine alternative Methode ist die zementfreie Implantation der Endoprothese. Auch eine Kombination aus beiden kann in unserem Orthopädiezentrum München Ost durch unsere erfahrenen Ärzte durchgeführt werden.

Endoprothetik – welche Operationsmethoden werden angewandt?

In der Endoprothetik können mittlerweile auch minimal-invasive Operationen vorgenommen werden. Ziel ist es, so schonend wie möglich vorzugehen, um an das betreffende Gelenk zu gelangen. Ob Wechseloperationen oder Implantation einer ersten Endoprothese, unsere Ärzte versuchen immer einen möglichst schonenden Weg zu wählen. Die Vorteile von minimal invasiv auf einen Blick:

  • Schonung von Gewebe und Muskeln in tieferen Schichten
  • schnelle Erlangung der Mobilität nach der OP
  • optimaler Schutz vor einer Luxation

Endoprothese – welche Komplikationen oder Risiken können auftreten?

Jede Operation oder Behandlung ist mit eventuellen Komplikationen verbunden und dies gilt auch für die Implantation von künstlichen Gelenken. Zu den herkömmlichen Komplikationen, die im Rahmen jeder Operation auftreten können, zählen Thrombosen oder Störungen des Wundheilungsprozesses. Während der OP kann es auch zu ungewollten Verletzungen von Nerven und Muskeln kommen, welche direkt behoben werden können.

Nach dem Einsatz einer Endoprothese sind Schwellungen und Blutergüsse im Bereich des betroffenen Gelenks ganz normal. Mit Kühlungen oder speziellen Salben können Sie den Heilungsprozess aktiv unterstützen. Auch Infektionen können auftreten, was aber nur sehr selten der Fall ist. Gerne erzählen wir Ihnen in unserem Endoprothetikzentrum mehr über die Risiken.

Tipps für die Zeit nach der Implantation der Endoprothese

Eingesetzte Gelenke benötigen einen gewissen Zeitraum, um fest mit dem natürlichen Knochen zu verwachsen. Gerade in der Anfangszeit dürfen Sie das Gelenk nur zu einem gewissen Teil belasten. Dennoch ist es wichtig, nicht in einer vollständigen Ruhestellung zu verharren. Moderate Bewegungen und physiotherapeutische Maßnahmen können den Heilungsprozess unterstützen. Weitere Tipps:

  • nehmen Sie alle Termine im Rahmen der Nachbehandlung wahr
  • achten Sie auf eine spezielle Hautpflege für eine optimale Narbenheilung
  • spezielles Muskeltraining für eine bessere Mobilität

Nach dem Einsetzen einer Endoprothese betreuen wir Sie umfassend und bieten Ihnen eine individuelle Nachbehandlung in unserem Orthopädiezentrum München Ost an. Wir führen die operativen Behandlungen der Endoprothetik in der Chirurgischen Klinik in München-Bogenhausen durch.