Was ist eine Meniskusläsion?

Eine Meniskusläsion bedeutet einen Riss oder einen altersbedingten Verschleiß des Meniskus. Die Menisken sind faserige Knorpelscheiben, die sich ringförmig um das Kniegelenk legen. Sie erinnern von der Form her an sichelförmige Halbmonde und sind gleich zweimal in jedem Knie vorhanden. Unterschieden wird zwischen Innenmeniskus und Außenmeniskus, die beide als Stoßdämpfer fungieren.

Meniskus

Im Bild:

  1. Beispiel gesunder Meniskus
  2. eingerissener Meniskus vor OP
  3. Meniskus nach Glättung

Die Hauptaufgabe der Menisken ist es, die Auflagefläche von Ober- und Unterschenkel zu vergrößern. Auf diese wird auch die Reibung zwischen den knorpeligen Gelenkflächen auf ein Minimum reduziert. Des Weiteren bewirken die Menisci eine gleichmäßigeren Druckverteilung und eine Stabilisierung des Kniegelenkes vergleichbar mit Bremsklötzen.

Ein Meniskusriss ist in den meisten Fällen degenerativ bedingt, entwickelt sich langsam und kommt vor allem im Bereich der Kniekehle oder Innenseite des Kniegelenkes vor und ist sehr verbreitet. Ein Meniskusriss wird häufig von degenerativen Knorpelschäden begleitet. Eine konservative Therapie zeigt bei einem Meniskusriss oft das erwünschte Ergebnis. In einigen Fällen muss aber auch eine Meniskus OP bzw. Glättung durchgeführt werden.

Welche Ursachen können zu Verletzungen am Meniskus führen?

Ein Meniskusschaden kann verschiedene Auslöser haben. Der Meniskus ist der Stoßdämpfer des Kniegelenkes. Dieser besteht aus Faserknorpel wie die Bandscheibe und wird nicht direkt mit Nährstoffen versorgt. Die Versorgung erfolgt über die Gewebeflüssigkeit, was eine schlechtere Regeneration als bei anderen Gelenken bedingt. Mit der Zeit werden jeh nach Belastung die Faserknorpel im Knie spröde  trocknen aus und verlieren an Elastizität und Stabilität. So können sich in der Folge leichter Risse am Meniskus bilden. Manche Tätigkeiten können die Austrocknung der Menisken begünstigen, beispielsweise Berufe in kniender Haltung oder Sportarten wie Skifahren oder Fußball.

Eine andere Ursache für eine Meniskusläsion können Sportverletzungen sein, wobei bei manchen Sportarten das Risiko deutlich höher ist. Skifahren oder Fußball zählen zu den Sportarten, die ein höheres Risiko für eine Verletzung des Meniskus bergen. Drehbewegungen, die plötzlich gestoppt werden, belasten das Kniegelenk. In der Folge kann es dann zu Meniskusschäden und sogar einem Riss im Außen-/Innenband kommen. Weitere Ursachen für eine Meniskusläsion:

  • Nach einem Unfall können das hintere Kreuzband oder vordere Kreuzband beschädigt sein.
  • Fehlstellungen der Beine, beispielsweise X- oder O-Beine
  • direkte Einwirkung von Gewalt auf das Knie (primärtraumatisch)
  • Formveränderungen, denen eine genetische Disposition zugrunde liegt (Scheibenmeniskus)

Meniskusläsion – wie macht sich diese bemerkbar?

Eines der primären Symptome bei einer Meniskusläsion sind Knieschmerzen, die meistens schleichend im Verlauf von Monaten ohne einen Unfall zunehmen. Selten treten sie auch plötzlich auf. Dies ist dann beispielsweise bei einem akuten Meniskusriss mit einem zuordenbaren Ereignis der Fall. Meist wird auch eine Schwellung im Bereich des Kniegelenks sichtbar, bedingt durch einen Gelenkerguss.

Eine Meniskusläsion, welche durch einen Verschleiß ausgelöst wurde, ist auch mit Schmerzen verbunden. Diese werden mit der Zeit immer stärker und besonders bei Belastung können sie zunehmen. Unter Umständen kann eine Meniskusläsion auch mit einer Bewegungseinschränkung im Kniegelenk einhergehen. Manche Bewegungen oder Tätigkeiten, wie Treppensteigen, sind nur noch bedingt und unter Schmerzen möglich. Weitere, mögliche Symptome bei einer Meniskusläsion:

  • Gelenkerguss, der starke Schmerzen auslöst
  • Schmerzen bei Drehbewegungen oder in der tiefen Hocke
  • Anschwellen des Kniegelenks und partielle Erwärmung
  • knackende Geräusche im Kniegelenk

Bei einer Meniskusläsion entsteht auch oft ein Fremdkörpergefühl im Knie. Dies ist meist der Fall, wenn ein Stück vom Meniskus abgerissen wurde und sich noch in der Gelenkkapsel befindet.

Wie gestaltet sich die Diagnose einer Verletzung des Meniskus?

Bei Verdacht auf eine Meniskusläsion sollte in jedem Fall ein Facharzt für Orthopädie zu Rate gezogen werden. Zuerst erfolgt ein ausführliches Gespräch, bei dem nach Vorerkrankungen, Beschwerden und bestehenden Erkrankungen gefragt wird. Auch die berufliche Situation spielt eine Rolle, denn manche Berufe tragen ein höheres Risiko, eine Meniskusläsion zu bekommen.

Im Anschluss an das Arztgespräch erfolgt eine körperliche Untersuchung, bei der spezielle Meniskustests durchgeführt werden. Mit Hilfe dieser Tests ist es möglich, die genaue Lage der Verletzung zu bestimmen. Liegt etwa ein Riss des Außen-/Innenmeniskus vor, so reagiert der Gelenkspalt empfindlich auf sanften Druck. Weitere, diagnostische Maßnahmen bei Verdacht auf Meniskusläsion:

Mit Hilfe dieser Diagnoseverfahren ist es möglich, die Meniskusverletzung genau darzustellen. Möglich sind beispielsweise Risse im Hinterhorn des Innenmeniskus, Radiärriss (quer zur Faser) oder eine Kombination aus verschiedenen Rissarten.

Meniskusläsion – wie sieht die Therapie aus?

Eine Meniskusriss Therapie in unserem Orthopädiezentrum München Ost wird individuell auf Ihren Fall abgestimmt. Die genaue Therapie hängt in erster Linie davon ab, wo die Verletzung sich befindet und wie groß der Riss ist. Unterschieden wird zwischen konservativer und operativer Behandlung. Eine konservative Therapie kann beispielsweise die Verabreichung von Schmerzmitteln, Spritzen (Hyaluronsäure, PRP) und physiotherapeutische Übungen umfassen. Die physiotherapeutischen Maßnahmen sollen die Muskeln im Kniebereich stärken. Ist die Meniskusverletzung allerdings zu groß bzw. instabil, so kann nur noch eine operative Behandlung helfen. Es wird zwischen folgenden Methoden unterschieden:

  • Meniskusnaht: Ist ein Teil des Meniskusgewebes abgerissen, so kann es im Rahmen einer Meniskusrefixation wieder angenäht werden. Diese OP-Methode kann nur angewandt werden, wenn der Meniskus frisch gerissen ist.
  • Meniskusteilresektion: Bei dieser OP-Methode wird der beschädigte Teil des Meniskus entfernt. Dies ist beispielsweise dann notwendig, wenn die abgerissenen Stücke nicht mehr ausreichend versorgt werden und in Bewegung einklemmen.
  • Meniskusresektion: Dabei wird der Meniskus komplett entfernt und durch ein Implantat ersetzt. Im besten Fall bildet sich in der Folge das Meniskusgewebe wieder nach.
Video: Meniskusschaden
Video: Meniskusnaht

Der Meniskus - kann einer Läsion vorgebeugt werden?

Einer Meniskusläsion kann man vorbeugen, in dem beispielsweise manche Bewegungen bewusst reduziert werden. Lange Arbeiten in der Hocke sollten, wenn möglich, vermieden werden. Gerade das kann nämlich die Menisken dauerhaft schädigen. Sollten Sie Fußball spielen oder Ski fahren ist es wichtig, dass Sie sich davor genügend aufwärmen. Auch spezielle Protektoren können beim Sport sinnvoll sein.

Es gibt bestimmte Sportarten, die besonders gelenkschonend sind und die Muskulatur stabilisieren können. Dazu zählen beispielsweise Radfahren, Schwimmen und Aquagymnastik. Wichtig ist in jedem Fall, dass Sie Ihre Kniegelenke regelmäßig bewegen. Eine übertriebene Schonung oder der bewusste Verzicht auf Bewegung können den gegenteiligen Effekt zur Folge haben: Ihr Meniskus verschleißt und erleidet trotzdem Schaden.

Sollte eine Fehlstellung der Beine oder Füße vorliegen, so können Einlagen und Übungen einem Meniskusschaden vorbeugen. Speziell angefertigte Einlagen schwächen die Belastung ab und verbessern Ihre Haltung. Gerne geben wir Ihnen noch weitere Tipps rund um das Thema Meniskusläsion. Wir beraten und behandeln Sie umfassend in unserem Orthopädiezentrum München Ost.


OZMO-TV: Dr. Diehl: Meniskus