Was versteht man unter einem Impingement-Syndrom?

Der Begriff Impingement-Syndrom bezeichnet die Einklemmung von Sehnen oder Muskeln, welche zu erheblichen Schmerzen führen kann. In der Folge werden die Sehnen in ihrer Beweglichkeit und Funktionsfähigkeit eingeschränkt. Ein Impingement-Syndrom tritt in den meisten Fällen im Bereich des Schultergelenks auf.

Das sogenannte Subacromial-Syndrom, ein anderer Name für Impingement-Syndrom, umfasst eine große Gruppe von unterschiedlichen Erkrankungen des Subacromialraumes (Gelenkbereich unterhalb des Schulterdachs). Das Subacromial-Syndrom ist die häufigste Ursache von Schulterschmerzen. Der Begriff Impingement-Syndrom (Impingement = Einklemmung) wird hier auch häufig verwendet. Hierunter versteht man die Zusammenfassung unterschiedlicher Ursachen, welche das Gleiten der Rotatorenmanschette unter dem Schulterdach behindern und so eine Schleimbeutelentzündung oder Risse an der Rotatorenmanschette verursachen können.

Impingement-Syndrom – was sind die Ursachen?

Häufige Ursachen eines Impingement-Syndroms sind Formveränderungen oder knöcherne Ausziehungen (sogenannte Osteophyten) des Schulterdachs (mechanisches Impingement), Verkalkungen bzw. Kalkeinlagerungen in der Rotatorenmanschette (sog. Kalkschulter, Tendinitis oder Tendinosis calcarea) und eine akute oder chronische Schleimbeutelentzündung.

Wie behandelt man ein Impingement-Syndrom?

Ein Impingement-Syndrom kann konservativ und minimal-invasiv behandelt werden. Im Folgenden zeigen wir Ihnen, anhand verschiedener Bilder, wie sich eine Arthroskopie bei Impingement-Syndrom gestalten kann.

Bild 1: Zu sehen ist ein knöcherner Vorsprung unter dem Schulterdach. Diese knöcherne Einklemmung (Impingement) kann arthroskopisch (Schlüssellochtechnik) beseitigt werden.

Knöcherner Vorsprung unter dem Schulterdach

Bild 2: Nach dem Eingriff erkennt man einen ausreichend weiten Raum zwischen Oberarmkopf und Schulterdach.

Raum zwischen Oberarmkopf und Schulterdach

Bild 3 und 4: Der arthroskopische Eingriff erfolgt mit Hilfe einer Präzisionsfräse. Zu erkennen ist der knöcherne Sporn (Pfeil links) unter dem Schulterdach. Auf Bild 4 konnte der Sporn erfolgreich entfernt werden.

Entfernung Knöcherner Sporn

Sehnenriss in der Schulter – was kann helfen?

Die Rotatorenmanschette besteht aus Sehnen, die vom Schulterblatt zum Oberarmkopf ziehen. Diese bewegen den Arm zur Seite und nach oben und drehen ihn nach außen und innen. Durch einen Unfall oder Verschleiß kann es zu einem Riss/Ruptur einer oder mehrerer Sehnen kommen. Die Häufigkeit der Rotatorenmanschettenrisse steigt mit zunehmendem Alter. Hierbei stehen Schmerzen und zum Teil eine erhebliche Kraftminderung im Vordergrund.

Die Behandlung von Rissen der Rotatorenmanschette ist abhängig vom Ausmaß der schmerzhaften Funktionseinschränkung, dem Alter des Patienten, seinem Funktionsanspruch und der Größe des Risses. Ziel der operativen Behandlung ist die Wiedererlangung von Kraft und Beweglichkeit bei gleichzeitiger Linderung der Schmerzen.

Nicht immer kann durch konservative Therapie die volle Kraft des Armes wieder hergestellt werden. Auch kann es zu Spätschäden wegen der fehlenden Zentrierung des Oberarmkopfes kommen. Selbst kleinere Risse können Schmerzen und eine erhebliche Einschränkung der Armfunktion verursachen.

Riss der Rotatorenmanschette

Bei frischen Rissen (Bild oben), anhaltenden Beschwerden oder Verlust an Funktionen ist eine Operation erforderlich. Die Risse werden über das arthroskopische Verfahren genäht.  Größere Risse können auch minimal-invasiv (3-5 cm Hautschnitt) genäht werden. Dabei werden die Sehnen über Anker wieder am Oberarmkopf fixiert und können dort einheilen.

Die Operationen können ambulant oder stationär durchgeführt werden. Für vier bis sechs Wochen ist eine spezielle Armschiene (Abduktionskissen) zu tragen und der Arm darf nicht selbst/aktiv bewegt werden, damit die angenähten Sehnen einheilen können.

Welche Faktoren können eine Sehnenentzündung in der Schulter auslösen?

Es gibt unterschiedliche Auslöser, welche eine Sehnenentzündung in der Schulter bedingen können, wobei zwischen entzündliche und nicht entzündlichen Ursachen unterschieden wird. Nicht entzündliche Ursachen können eine Überlastung der Schulter oder eine starke Kraftanstrengung in diesem Bereich sein. Infektiöse Faktoren können ebenfalls zu einer Sehnenentzündung in der Schulter führen.

Sehnenentzündung Schulter – wie sehen die Symptome aus?

Gerade in einem frühen Stadium kann eine Entzündung der Sehnen nahezu symptomlos verlaufen. Eines der häufigsten Symptome, wenn die Sehnenentzündung weiter vorangeschritten ist, sind Schmerzen im jeweiligen Bereich. Weitere Symptome für eine Sehnenentzündung in der Schulter:

  • starke Schmerzen im Ruhezustand und/oder bei Bewegung
  • gerötete oder geschwollene Stellen
  • knirschende Geräusche in der Schulter

Wie kann eine Sehnenentzündung in der Schulter diagnostiziert werden?

Die Diagnose einer Sehnenentzündung im Bereich der Schulter umfasst verschiedene Methoden. Angewandt werden können Ultraschall-Diagnostik, MRT und Röntgenuntersuchungen. Gerade mit Hilfe des MRT können die entzündlichen Areale detailliert dargestellt werden, was im weiteren Verlauf eine gezielte Behandlung erlaubt. Auch eine Blutuntersuchung kann bei Verdacht auf Sehnenentzündung in der Schulter durchgeführt werden, um rheumatische Ursachen ausschließen zu können.

Sehnenentzündung Schulter – wie sieht die Behandlung aus?

Es gibt verschiedene Behandlungsmethoden, welche bei einer Sehnenentzündung in der Schulter infrage kommen, abhängig von Art und Ausmaß der Entzündung. Gerade im Anfangsstadium kann eine Sehnenentzündung sehr gut mit konservativen Methoden behandelt werden, wie etwa mit stützenden Verbänden oder speziellen physiotherapeutischen Übungen. Ist die Sehnenentzündung bereits in einem fortgeschrittenen Stadium, erfolgt die operative Behandlung in unserem Orthopädiezentrum München Ost.

Kann man einer Sehnenentzündung in der Schulter vorbeugen?

Starke Belastungen können zur Entstehung einer Sehnenentzündung in der Schulter führen. Aus diesem Grund sollten Sie darauf achten, Ihren Körper nicht übermäßig zu belasten. Bei der Ausübung von allen Sportarten ist ein vorheriges Aufwärm- und Dehnprogramm wichtig. Außerdem sollten Sie den Belastungsgrad beim Training langsam steigern. So können sich Sehnen und Muskeln an die erhöhte Belastung gewöhnen. Auch Büroarbeit und Tätigkeiten am Computer können zu einer Sehnenentzündung in der Schulter führen. Ergonomische Arbeitsgeräte, wie etwa Mouse und Tastatur, können einer Entzündung der Sehne vorbeugen.