Was ist eine Schleimbeutelentzündung?

Schleimbeutel befinden sich in vielen Bereichen unseres Körpers und beinhalten die sogenannte Gelenkschmiere. Meist findet man die Schleimbeutel (Bursy synovialis) in der Nähe von Gelenken, beispielsweise Ellenbogengelenk oder Schulter. Weitere Bereiche, in denen Schleimbeutel zu finden sind:

  • Hüftgelenk
  • Kniegelenk

Die kleinen Beutel übernehmen eine dämpfende Funktion zwischen harten und weichen Strukturen. Reibungslose Abläufe sind dank der Schleimbeutel möglich.

Aufgrund der ständigen Dauerreizung bei manchen Berufen oder Sportarten, beispielsweise Fliesenleger oder Tennis, kann eine Schleimbeutelentzündung verursacht werden. Auch Entzündungen oder Verletzungen können hinter einer sogenannten Bursitis stecken, wie die Schleimbeutelentzündung medizinisch bezeichnet wird. Unterschieden wird zwischen zwei Varianten:

  • chronische Schleimbeutelentzündung
  • akuten Schleimbeutelentzündung

Entzündete Schleimbeutel können zu starken Schmerzen führen und auch eine Schwellung kann im betroffenen Bereich auftreten. In unserem Orthopädiezentrum München Ost behandeln wir Ihre Schleimbeutelentzündung.

Bursitis – welche Ursachen stecken hinter einer Schleimbeutelentzündung?

Eine Bursitis kann verschiedene Auslöser haben, wie etwa eine Dauerreizung durch eine stete mechanische Belastung. Es gibt bestimmte Berufsgruppen, bei denen eine Schleimbeutelentzündung vermehrt auftritt. Dazu zählen beispielsweise Reinigungskräfte oder Straßenbauer. Die Schleimbeutel sind einem ständigen Druckreiz ausgesetzt und in der Folge bilden sich minimale Schädigungen an der Oberfläche. Weitere Ursachen für eine Bursitis:

  • Verletzung der Schleimbeutel durch Stürze, Arthrose, Gewalteinwirkungen oder einen Unfall
  • bakterielle Infektion
  • Erkrankungen des Stoffwechsels (Gicht)

Auch im Rahmen einer Tendinits können die Entzündungsprozesse in der Folge zu einer Schleimbeutelentzündung führen.

Schleimbeutelentzündung Symptome - Wie sehen diese aus?

Im Bereich der entzündeten Schleimbeutel ist meist zu Anfang eine schmerzhafte Schwellung zu spüren. Dabei kommt es darauf an, wo genau sich die Schwellung befindet. Gerade in der Nähe oder direkt an Gelenken kann die Schwellung auch zu einer Einschränkung der Beweglichkeit führen. Wird Druck auf die schmerzende Stelle ausgeübt, verstärken sich die Schmerzen noch. Weitere typische Symptome für eine Bursitis können sein:

  • Druckempfindlichkeit
  • Schmerzen bei Bewegungen
  • sichtbare Rötung des betroffenen Bereichs
  • Erwärmung der Stelle

Nicht immer äußert sich eine Bursitis mit Schmerzen, die genau lokalisiert werden können. Gerade bei einer chronischen Schleimbeutelentzündung verschwinden die Beschwerden nach kurzer Zeit und tauchen in regelmäßigen Abständen wieder auf. Das macht eine gründliche, umfassende Diagnostik notwendig.

Wie gestaltet sich die Diagnose bei Verdacht auf Bursitis?

Unsere Ärzte im Orthopädiezentrum München Ost legen Wert auf eine gründliche Diagnostik, sobald der Verdacht auf Schleimbeutelentzündung im Bereich von Schultergelenk, Ellenbogen oder in anderen Bereichen besteht. Im ersten Schritt erfolgt ein ausführliches Beratungsgespräch, in dessen Rahmen auch auf die Vorgeschichte eingegangen werden kann. Für eine aussagekräftige Diagnostik spielen auch eventuelle Vorerkrankungen oder bestehende Krankheiten eine Rolle. Es wird nach Unfällen, Ihrer beruflichen Situation und Verletzungen gefragt.

Im Anschluss an das Gespräch erfolgt ein erste, körperliche Untersuchung. Dabei wird der Fokus auf die betroffenen Bereiche gelegt. Diese werden einer genaueren Betrachtung unterzogen und es wird nach Rötungen, Schwellungen oder Anzeichen einer Entzündung gesucht. Weitere diagnostische Maßnahmen, die bei einer Bursitis infrage kommen:

Ultraschall-Untersuchung: Mit Hilfe dieser Diagnose-Methode lässt sich ersehen, ob der Schleimbeutel mit einer erhöhten Menge an Flüssigkeit gefüllt ist.

Punktion: Gerade bei Verdacht auf eine bakterielle Schleimbeutelentzündung muss der betroffene Schleimbeutel punktiert werden. Mit Hilfe der entnommenen Flüssigkeit lässt sich beispielsweise feststellen, ob bakterielle Erreger der Auslöser sind.

Bei einer Bursitis olecrani (am Ellenbogen) oder einer anderen Form der Schleimbeutelentzündung können noch andere diagnostische Methoden genutzt werden. Dazu zählen weitere bildgebende Verfahren, wie Röntgen. Dank dieses Verfahrens werden auch eventuelle Kalkablagerungen im Schleimbeutel sichtbar.

Wie sieht die Behandlung bei einer Bursitis aus?

In erster Linie kommt es bei der Frage nach der richtigen Therapie darauf an, um welche Art der Schleimbeutelentzündung es sich handelt. Eine sofortige Ruhigstellung des betroffenen Gelenks ist beispielsweise bei einer akuten Bursitis notwendig. Auf diese Weise kann ein Voranschreiten der Krankheit und weitere Belastungen verhindert werden.  Die Ruhigstellung erfolgt meist mittels speziellen Schienen. Auch ein Verband kann angelegt werden, sofern es sich noch um eine leichte Form der Schleimbeutelentzündung handelt. Wichtig ist, dass Sie das betroffene Gelenk von Zeit zu Zeit bewegen. So lässt sich eine drohende Einsteifung verhindern.

Unterstützend zur Schiene können Kühlungen oder spezielle Schmerzsalben die Entzündung lindern. Bei Schulterschmerzen oder Schmerzen in anderen Gelenken sollten Sie darauf achten, Kühl-Akkus nie direkt oder zu lange auf die Haut zu legen. Ansonsten kann es an den Stellen zu Erfrierungen kommen. Weitere Therapiemöglichkeiten bei einer Bursitis:

Verabreichung von Antibiotikum: Dies kommt lediglich bei einer Schleimbeutelentzündung infrage, die durch bakterielle Erreger erzeugt wurde.

Einnahme von entzündungshemmenden Schmerzmitteln (Diclofenac oder Ibuprofen)

Stoßwellentherapie: Extrakorporale Druckwellen werden bei dieser Art von Therapie auf die entzündeten Schleimbeutel gelenkt. Meist wird diese Technik angewandt, wenn bereits Kalkablagerungen in den Schleimbeuteln vorhanden sind.

Auch physiotherapeutische Maßnahmen können, begleitend zu den oben genannten Behandlungen, die Symptome einer Schleimbeutelentzündung lindern.

Operative Entfernung – kann bei einer Bursitis auch eine OP infrage kommen?

Eine Schleimbeutelentzündung kann auch operativ behandelt werden. Dies kann beispielsweise der Fall sein, wenn es sich um eine Verletzung handelt. Auch eine chronische Schleimbeutelentzündung kann eine operative Entfernung der Schleimbeutel bedingen, sollten die Beschwerden trotz Medikamente und anderer Maßnahmen nicht abklingen.

Die operative Entfernung der Schleimbeutel kann auf verschiedene Weisen erfolgen: Offen oder arthroskopisch. Meist wird eine Arthroskopie durchgeführt, welche nur minimale Narben hinterlässt.

Kann einer Schleimbeutelentzündung auch vorgebeugt werden?

Sie können einer Bursitis vorbeugen und möglicherweise auch den Ausbruch der Erkrankung verhindern. Für bestimmte Berufsgruppen, wie etwa Fliesenleger oder Straßenbauer, gibt es spezielle Schutzvorrichtungen für die Gelenke. Diese sorgen dafür, dass die Gelenke nicht über Gebühr belastet und der schädlichen Dauerreizung ausgesetzt sind. Weitere Dinge, auf die Sie achten können:

  • einseitige Bewegungsabläufe vermeiden
  • mehr Abwechslung in Ihren Bewegungsalltag bringen
  • spezielle Dehnübungen können die Muskulatur stärken

Nach einer überstandenen Schleimbeutelentzündung sollten Sie in jedem Fall darauf achten, Ihre Gelenke nicht über Gebühr zu belasten. Gerade beim Sport ist das Tragen stabiler Gelenkschoner angebracht. Außerdem sollten Sie in Ihren Arbeitsalltag immer wieder kleine Pausen einbauen. Gerne geben wir Ihnen in einem ersten Beratungsgespräch in unserem Orthopädiezentrum München Ost noch mehr Informationen zu diesem Thema.