Stammzellentherapie

Stammzellentherapie bei Gelenkarthrose – Sanfte Alternative zum künstlichen Kniegelenk

Bei einer Stammzellentherapie werden Stammzellen zur Behandlung diverser Krankheiten eingesetzt.
Diese Stammzellen sind grundsätzlich in der Lage, in verschiedene Zelltypen oder Gewebearten auszudifferenzieren. Durch ein neu entwickeltes Verfahren können Stammzellen aus Fettgewebe, wie zum Beispiel aus dem Bauchfett, extrahiert werden. Fettgewebe ist ein natürliche Reservoir, reich an Stammzellen, zur körpereigenen Regeneration. Das aus dem Fettgewebe gewonnene Zellgemisch kann nach einer entsprechenden Aufbereitung entzündungshemmende wie deutlich regenerative Wirkung entfalten.

Arthrose zählt mit einem Anteil von mehr als 50 Prozent der chronischen Erkrankungen bei über 60-jährigen zur häufigsten Gelenkerkrankung. Sie entsteht durch den Verschleiß bis Verlust der Knorpelschicht, dem gleitfähigen Bindegewebe im Gelenk. Dieses ist aber Voraussetzung für einen schmerzfreien Bewegungsapparat und kann nicht durch den Körper selbst regeneriert werden. Symptome äußern sich in Form von Gelenkschmerzen, welche sich bei Belastung verschlimmern können, beziehungsweise in Ruhephasen wieder nachlassen.

Eine Arthrose kann sowohl generalisiert auftreten – in den meisten Fällen als primäre Erkrankung – oder nur bestimmte Gelenke befallen, wie zum Beispiel nach Verletzungen. Im Alter erhöht sich das Risiko an einer Arthrose zu erkranken um ein Vielfaches. Bisher wurde die Erkrankung medikamentös behandelt oder durch einen chirurgischen Eingriff therapiert. Die Verschleißerscheinungen lassen sich durch beide Methoden jedoch nur verlangsamen. Die Implantation eines künstlichen Gelenks ist im Regelfall unausweichlich.

Eine neuartige Therapie mit Stammzellen soll Abhilfe schaffen. In den Vereinigten Staaten von Amerika entwickelt, wird diese Behandlungsmethode erstmals auch in Deutschland praktiziert. Der Ablauf der Behandlung gliedert sich in drei Phasen. Zuerst wird Fettgewebe aus dem Bauchbereich entnommen.

Daraus wird im Anschluss durch ein technisches Verfahren ein Zellgemisch extrahiert, welches reich an Stammzellen ist. Im letzten Schritt erfolgt eine Rückführung knorpelnah in dasjeweiligen Gelenks – beim Kniegelenk beispielsweise in den Hoffa’schen Fettkörper. Das Ziel dieser Behandlung liegt in erster Linie in der Schmerztherapie oder gar der vollständigen Genesung des betroffenen Bereichs. Durch eine Früherkennung des Krankheitsbilds und eine daran anschließende Therapie sind die Chancen für einen Heilerfolg dementsprechend höher.

Der Eingriff dauert etwa zwei bis drei Stunden, wird ambulant durchgeführt und erfordert keinen stationären Krankenhausaufenthalt. Das Gelenk ist direkt im Anschluss an die Behandlung wieder belastbar, allerdings kann ein spezielles Aufbauprogramm den Heilungsprozess unterstützen. Komplikationen, die bei einem operativen Eingriff entstehen können, bietet die Stammzellentherapie eine schonende Alternative. Zudem werden ein längerer Krankenhausaufenthalt sowie eine anschließende langwierige Rehabilitation obsolet.