Das ist eine der häufigsten Fragen, die wir in unserer Schultersprechstunde hören: „Im MRT wurde ein Rotatorenmanschettenriss festgestellt. Muss ich jetzt operiert werden?“
Unsere Antwort überrascht viele Patientinnen und Patienten zunächst: Nein, nicht jeder Rotatorenmanschettenriss muss operiert werden. Tatsächlich gibt es viele Menschen, die einen kleinen Sehnenriss in der Schulter haben, ohne es überhaupt zu merken. Nicht der MRT-Befund allein entscheidet über die Behandlung – sondern vor allem Ihre Beschwerden, Ihre Beweglichkeit und wie stark Sie im Alltag eingeschränkt sind.
Was ist die Rotatorenmanschette überhaupt?
Die Rotatorenmanschette besteht aus vier Muskeln und ihren Sehnen. Man kann sich das wie eine Art „Hülle“ um den Oberarmkopf vorstellen. Sie sorgt dafür, dass die Schulter stabil bleibt und wir den Arm heben, drehen und über den Kopf bewegen können. Ohne diese Sehnen wären viele alltägliche Dinge – wie Haare kämmen, Jacke anziehen oder etwas aus dem Regal holen – kaum möglich.
Wenn eine dieser Sehnen reißt, kann das Schmerzen machen, muss es aber nicht. Manche merken es zuerst nur nachts, wenn sie nicht mehr auf der Schulter liegen können. Andere haben Schmerzen beim Heben des Arms oder merken, dass plötzlich Kraft fehlt – zum Beispiel beim Tragen von Einkäufen oder beim Heben eines Getränkekastens.
Wie entsteht ein Rotatorenmanschettenriss?
Grundsätzlich gibt es zwei häufige Ursachen.
Die erste ist ein Unfall. Zum Beispiel ein Sturz auf den ausgestreckten Arm oder eine ausgekugelte Schulter. Dabei kann eine eigentlich gesunde Sehne plötzlich reißen. Das sehen wir eher bei jüngeren oder sportlich aktiven Menschen.
Viel häufiger entsteht der Riss aber langsam durch Verschleiß. Mit dem Alter werden die Sehnen empfindlicher, schlechter durchblutet und dadurch anfälliger. Dann kann schon eine ganz normale Bewegung im Alltag ausreichen, damit eine vorgeschädigte Sehne einreißt. Viele Patienten sagen dann: „Ich habe eigentlich gar nichts Besonderes gemacht.“
Wann reicht eine Behandlung ohne Operation aus?
Die gute Nachricht ist: Viele Rotatorenmanschettenrisse müssen nicht sofort operiert werden.
Wenn die Schulter noch gut beweglich ist, die Schmerzen gut auszuhalten sind und kein deutlicher Kraftverlust besteht, starten wir in der Regel mit einer konservativen Behandlung.
Das wichtigste dabei ist die Physiotherapie. Sie hilft, die umliegende Muskulatur zu stärken und die Schulter wieder besser zu stabilisieren. Zusätzlich können Schmerzmittel oder manchmal auch eine Spritze helfen, die akuten Beschwerden zu beruhigen. Ziel ist immer, dass Sie Ihre Schulter im Alltag wieder möglichst gut und schmerzarm nutzen können.
Ein wichtiger Punkt: Die Schulter sollte nicht einfach nur geschont werden. Viele denken, Ruhe hilft am meisten – das stimmt aber nur bedingt. Wenn die Schulter zu wenig bewegt wird, kann sie schnell steif werden und dann entstehen oft noch mehr Probleme. Deshalb ist gezielte Bewegung unter Anleitung sehr wichtig.
Kann die gerissene Sehne von selbst wieder heilen?
Diese Frage hören wir sehr oft.
Die klare Antwort ist: Nein. Eine gerissene Sehne wächst in der Regel nicht von allein wieder am Knochen fest.
Das heißt aber nicht automatisch, dass operiert werden muss. Viele Menschen kommen im Alltag trotzdem gut zurecht, wenn die Muskulatur rundherum gut trainiert ist. Deshalb behandeln wir nicht nur den MRT-Befund, sondern vor allem den Menschen und seine Beschwerden.
Wann empfehlen wir eine Operation?
Es gibt Situationen, in denen eine Operation sinnvoll ist.
Zum Beispiel bei einem frischen Riss nach einem Unfall, vor allem bei jüngeren Patienten. Hier kann man die Sehne oft gut wieder am Knochen befestigen.
Auch bei größeren Rissen, deutlichem Kraftverlust oder wenn die Beschwerden trotz konsequenter Physiotherapie nicht besser werden, raten wir häufiger zur Operation.
Wichtig ist auch der Faktor Zeit: Je länger ein Riss besteht, desto mehr kann sich die Sehne zurückziehen und der Muskel abbauen. Dann wird eine spätere Operation oft schwieriger und die Ergebnisse können schlechter sein.
Wie wird heute operiert?
Die meisten Operationen erfolgen heute in sogenannter Schlüssellochtechnik (arthroskopisch). Das bedeutet: Es werden nur kleine Schnitte gemacht, durch die eine Kamera und feine Instrumente in die Schulter eingeführt werden.
Die gerissene Sehne wird wieder an ihren ursprünglichen Platz gebracht und mit kleinen Fadenankern am Knochen befestigt. Das ist schonend für das Gewebe und ermöglicht in der Regel eine gute Heilung.
Wie lange dauert die Heilung?
Viele Patienten hoffen, dass die Schulter nach wenigen Wochen wieder voll belastbar ist. So schnell geht es leider nicht.
Nach der Operation wird die Schulter meist für etwa vier bis sechs Wochen in einer Schiene ruhiggestellt. Parallel beginnt aber schon früh die Physiotherapie. Zuerst werden nur vorsichtige, passive Bewegungen gemacht, später dann aktive Übungen und der gezielte Muskelaufbau.
Bis die Sehne wirklich stabil eingeheilt ist, dauert es meist mehrere Monate. Geduld ist hier sehr wichtig, denn zu frühe Belastung kann den Heilungserfolg gefährden.
Man kann abschließend sagen, ein Rotatorenmanschettenriss bedeutet nicht automatisch eine Operation. Viele Patienten kommen mit einer gezielten, konservativen Behandlung sehr gut zurecht und können ihre Schulter im Alltag wieder gut nutzen.
Ob eine Operation sinnvoll ist, hängt von vielen Dingen ab: wie groß der Riss ist, wie stark die Beschwerden sind, wie alt der Riss ist und wie Ihr Alltag aussieht. Deshalb gibt es keine pauschale Antwort.
Unser Rat: Lassen Sie sich nicht nur vom MRT-Befund verunsichern. Entscheidend ist, wie Ihre Schulter sich anfühlt und was Sie im Alltag wirklich können. Gemeinsam finden wir den Weg, der für Sie am besten passt – mit dem Ziel einer möglichst schmerzfreien und gut belastbaren Schulter.
Welche Behandlung hilft ohne Operation?
In vielen Fällen können wir eine Rhizarthrose zunächst konservativ behandeln.
Eine spezielle Daumenschiene kann das Sattelgelenk stabilisieren und insbesondere bei stärkeren Belastungen entlasten. Sie muss nicht zwangsläufig den ganzen Tag getragen werden, sondern kann gezielt eingesetzt werden.
Bei akuten Beschwerden können vorübergehend entzündungshemmende Schmerzmittel sinnvoll sein, sofern medizinisch nichts dagegenspricht.
Auch Wärme oder Kälte können angenehm sein. Was besser hilft, ist individuell unterschiedlich. Bei einer akut entzündeten und geschwollenen Arthrose empfinden viele Patienten Kälte als angenehmer.
Eine gezielte Hand- oder Ergotherapie kann zusätzlich helfen, die Funktion der Hand möglichst lange zu erhalten.
Helfen Spritzen bei einer Rhizarthrose?
Auch Spritzen können in bestimmten Situationen infrage kommen.
Bei einer stark gereizten oder aktivierten Arthrose kann beispielsweise Kortison vorübergehend die Entzündung und damit auch die Schmerzen reduzieren.
Das kann gerade in einer akuten Schmerzphase hilfreich sein. Allerdings beseitigt eine Spritze die Arthrose nicht und baut auch keinen verlorenen Knorpel wieder auf.
Deshalb entscheiden wir individuell, ob eine Injektion sinnvoll ist und welchen Nutzen wir davon erwarten können.
Kann sich der Knorpel im Daumensattelgelenk wieder aufbauen?
Ein deutlich geschädigter Gelenkknorpel wächst nach heutigem medizinischem Stand nicht einfach wieder vollständig nach.
Das bedeutet aber nicht, dass die Beschwerden zwangsläufig immer schlimmer werden.
Arthrose und Schmerz verlaufen nicht immer parallel. Es gibt Patienten mit deutlicher Rhizarthrose, die über lange Zeit im Alltag gut zurechtkommen.
Das Ziel der Behandlung besteht deshalb nicht darin, ein Röntgenbild wieder „normal“ aussehen zu lassen. Wir möchten Schmerzen reduzieren und dafür sorgen, dass Sie Ihren Daumen möglichst gut und kräftig einsetzen können.
Wann empfehlen wir eine Operation?
Eine Operation kommt vor allem dann infrage, wenn die Schmerzen dauerhaft stark sind und konservative Behandlungen keine ausreichende Verbesserung mehr bringen.
Entscheidend ist die Einschränkung im Alltag. Wenn beispielsweise das Öffnen einer Flasche, das Anziehen, Schreiben oder andere normale Handgriffe trotz Behandlung kaum noch möglich sind, kann eine Operation sinnvoll werden.
Dabei gibt es unterschiedliche Operationsverfahren.
Ein seit vielen Jahren etabliertes Verfahren besteht darin, den von der Arthrose betroffenen kleinen Handwurzelknochen – das große Vieleckbein – zu entfernen. Anschließend wird der Daumen so stabilisiert, dass er weiterhin gut bewegt und belastet werden kann. Je nach Befund und Operateur kommen unterschiedliche Varianten dieses Verfahrens infrage.
Auch andere operative Möglichkeiten können in bestimmten Situationen sinnvoll sein. Welches Verfahren geeignet ist, hängt unter anderem vom Alter, vom Befund, von der Stabilität des Gelenks und den individuellen Anforderungen an die Hand ab.








